Traum vom Fliegen – ins Weltall

Bildtext: Robert Hieks, angehender Raumfahrtingenieur aus den USA und die künftige Geophysikerin Nele-Charlotte Neddermann beim Fachsimpeln im Summer-Camp des DLR in Neustrelitz. Foto: Ralph Schipke
Robert Hieks, angehender Raumfahrtingenieur aus den USA und die künftige Geophysikerin Nele-Charlotte Neddermann beim Fachsimpeln im Summer-Camp des DLR in Neustrelitz. Foto: Ralph Schipke

Sommer-Wetter und „SpaceWeather“ interessieren junge Studierende aus Europa, Südafrika und Nordamerika beim Summer-Camp am DLRNeustrelitz.

Neustrelitz. Zur internationalen Raumstation ISS würde Robert Hieks schon gern einst fliegen. Seine Kollegin Nele-Charlotte Neddermann ebenso. Er studiert in Huntsville/Alabama Aerospace engineering. Die junge Münsteranerin hat an ihrer Uni Geophysik belegt. In den vergangenen Tagen allerdings befassten sich die beiden Weltraum-Interessierten in Neustrelitz zusammen mit 17 weiteren Studierenden aus Südafrika, den USA und Deutschland mit dem Weltraum-Wetter. Das DLR_Academic_Lab (DLR = Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) lud sie zum vierten Summer-Camp ein. Gemeinsam mit der University of Alabama in Roberts Heimat wird ein insgesamt dreiwöchiges Programm angeboten, das den Studenten aus aller Welt Einblicke in die Entwicklung und den Bau aktueller und zukünftiger Weltraumtechnik vermitteln soll.

Auch Spaß, Kultur und Unterhaltung kommen während des Camps in den Semesterferien nicht zu kurz. Ausflüge zur Ostsee, nach Berlin und ein Stadtrundgang in Neustrelitz standen ebenso auf dem Programm, wie Vorträge renommierter Wissenschaftler aus Deutschland, Ungarn und der Schweiz über Heliosphären- und Geophysik, Wetter im All und auf der Erde.

Sommerwetter war also ebenso wichtig wie das Weltraumwetter, dass im Zentrum der praktischen Projektarbeit beim DLR stand. Drei Projekte wurden vom Astro-Nachwuchs bearbeitet. Robert Hieks und seine Kollegen bauten einen Empfänger für Satelliten-Daten, mit denen kosmische Strahlung ausgewertet werden kann. Die angehende Geophysikerin Nele-Charlotte Neddermann arbeitete in einer Arbeitsgruppe zum Thema Helio-Physik, also die Vorgänge auf der Sonne, bei denen ein Teil der Strahlung entsteht. Über die Strahlung, die aus dem All auf der Erde ankommt und auch auf Flugzeuge in großen Höhen oder die ISS trifft, forschte ein drittes Projekt der Studenten des Summer_Camps, erläutert Alexander Kasten, selbst Masterstudent der Geoinformatik in Neubrandenburg, der das DLR-Camp mit organisiert hat.

Beim Stadtrundgang staunte der Amerikaner nicht schlecht, dass die mecklenburgische Residenzstadt eine längere Geschichte hat, als sein Heimatland. Er möchte nach dem Studium nukleare Antriebstechnik für Raumfahrzeuge entwickeln und konstruieren, die unser Sonnensystem verlassen können. Heute (Freitag) bekommt er Gelegenheit, noch mehr Geschichte zu „tanken“. Die Gruppe begibt sich an eine der „Wiegen“ der modernen Raumfahrt nach Peenemünde auf der Insel Usedom. Dort hatten Raketentechniker um Wernher von Braun für die deutschen Nationalsozialisten erste Raketenantriebe für die Waffentechnik erprobt. Später hat von Braun für die NASA auch an Antrieben für zivile Trägerraketen mitgearbeitet.

In der kommenden Woche fliegen die 19 jungen Weltraum-Wissenschaftler gemeinsam in die USA, um sich in Huntsville weiter mit theoretischen Grundlagen über Plasmen vertraut zu machen, wie sie in Sonnenwinden entstehen und die das Weltraum-Wetter maßgeblich beeinflussen. Im dortigen US Space and Rocket Center werden auch weitere historische Brücken bei den technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften in der Weltraumforschung zwischen den USA und Deutschland geschlagen.

Und vielleicht fliegt ja einer der jungen Wissenschaftler eines Tages wirklich zur ISS in den Orbit, um an gemeinsamen Forschungsprogrammen von USA, Europa und Russland teilzuhaben. So wie derzeit der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der bereits Funkkontakt nach Neustrelitz hatte und in dieser Woche sein „traurigstes Weltraumfoto“ bei Facebook und Twitter postete: Bilder vom grausamen Raketenkrieg zwischen Israelis und Palästinensern im Gaza-Streifen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.