Einen Romanknoten im Gewitterzimmer geknüpft

Eine Künstlerin aus Österreich sucht auf einem beschwerlichen Fußmarsch quer durch den Osten Deutschlands Requisiten für ein spannendes Kunstprojekt aus Zeichnungen und Texten. Auf einer Etappe durch die Seenplatte durfte ich sie begleiten und konnte eine andere, neue Sicht auf eine unsere alltägliche Welt gewinnen.

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Wunder bleiben unberechenbar

Die Graffiti von Ines Diederich sind „Bio“ und müssen darum erst langsam wachsen, wie das in der Natur nun mal ist. Dafür halten die grünen Schriftzüge oder kunstvollen Ornamente auf Beton oder Keramik lange.
Im Atelier in Vogelsang entstehen gerade neue Tongefäße, die den Nestern afrikanischer Webervögel oder wilden Bienenstöcken ähneln. Sind die im Ofen gebrannt, wird die raue Oberfläche der Objekte aus Ton später mit Moos bewuchert. Kunstobjekte aus der Hand der Bildhauerin werden so naturalisiert.

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11 Freunde vom Dorfanger

Ohne das runde Leder ginge der Bekanntheitsgrad dieses Dorfes gegen Null. Und einer von den 11 Freunden hat es sogar auf den internationalen Rasen geschafft – mindestens bis an die Außenlinie.

„Präsi“ Andreas Gehrmann hat gute Laune, auch wenn seine Spitzen-Mannschaft zu Ostern verloren hat. Nach dem Spiel…. Bei Facebook postet SV Traktor Pentz selbstkritisch: „Mit einer deftigen 0:3 Niederlage im Gepäck traten die Fußballer des SV Traktor Pentz die Rückfahrt aus Pasewalk an. Pentz hatte sich vorgenommen auch in diesem Auswärtsspiel zu punkten. Dieses Vorhaben ging in Pasewalk gründlich daneben. Von Beginn an zeichnete sich ab, dass es für Pentz sehr schwer werden würde. Auf dem ,Kleinfeldkunstrasen‘ in Pasewalk fand Traktor Pentz keine Bindung zum Spiel.“

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Auf nach Albanien

Vor einem Jahr reiste ich für zehn Tage nach Albanien. Wie so viele von uns wusste ich zuvor so gut wie nichts über diese Balkan-Republik. Ich fand ein Land in großer Zerrissenheit zwischen Kommunismus und Kapital. Ausgesprochen sympathische und gastfreundliche Menschen. Chaotische Politik. Kaum ausgeprägte Teilhabe der meisten Menschen an der Zukunftssuche ihres Landes. Eine Sucht nach Anschluss ans alte Europa. Zusammenleben unterschiedlicher Religionen.

Ein paar fotografische Eindrücke.

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Plattenbosse treffen Edelpenner

Der Titel des mit dem Platten-Groß-Label „Universal Music“ zusammen gemachten Albums „Eine Revolution ist viel zu wenig“. Kapital trifft Systemaussteiger, beziehungsweise „Edelpenner“. Das kann ja heiter werden. Vor wenigen Tagen haben Elias Gottstein und Luis Zielke ihre spontane Release-Party Nahe der Volksbühne in Berlin im Polizeiwagen verlassen müssen. Überrascht hat es kaum. Die Fans wollten Zugaben, die Anwohner schlafen. Dass die Ordnungshüter zu ihren Fans gehören, bei vielen spontanen Muggen anrücken und den Strom ziehen, das Publikum vertreiben und weder eine Auftrittsgenehmigung noch Meldeadressen vorfinden, gehört zum Ritual, zur Dramaturgie des Duos „Guaia Guaia“.

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Und nun das Wetter – live vom Eierhof

Die Sache mit der Wetterstation  auf dem Hof, wo sein Ur-Ur-Großvater Wegener noch eine Windmühle betrieben hat, war für Sebastian John eher ein klassischer Zufall. „Ich bekam das Gerät vor neun Jahren zu Weihnachten geschenkt und es hatte einen USB-Anschluss“, erinnert er sich. Dass er den zumindest probeweise an seinen Computer anschließen musste, war ja wohl klar! Langzeitaufnahme vom Eierhof © Sebastian_JohnDann war es nur noch ein winziger Schritt für die Menschheit, um das Dorf Krusemarksh

Mit dem Fahrrad zum „Latücht“

Eine neue Festivalleiterin der dokumentART erobert die Stadt der Vier Tore mit frischen Ideen, sehr viel Charme und tritt zünftig niederländisch in die Pedale. „Ich besitze keinen Wohnwagen, mag keine Tulpen. Und die holländische Fußballmannschaft finde ich bei dieser WM 2014 ganz okay.“ Kurz und bündig hakt die neue Festivalchefin der 23. Neubrandenburger dokumentART, Heleen Gerritsen, fast alle Klischees über ihr Heimatland ab.
Neben einigen inhaltlichen Neuerungen für das Festival hat die

Der Friedhofsgärtner wird nicht der Mörder

Ostseekrimi von der Insel Usedom
Ostseekrimi von der Insel Usedom

Eigentlich wollte Reiseleiterin Elke Pupke einen Reise-Sachbuch-Krimi über Usedom schreiben. Warum es anders kam, verrät sie. Wer in ihrem zweiten Bansin-Krimi mordet, bleibt bis zum Lesen das Geheimnis der Autorin.
Wieviel Morde hat es eigentlich in Bansin schon gegeben? Das möchte wohl jeder Krimifan von Elke Pupke wissen. Schließlich hat die Autorin in ihrer Phantasie und zwei Büchern bereits jede Menge Usedomer unter nicht natürlichen oder unklaren Umständen über die Klinge springen lassen.

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Bald ist großer Bahnhof im Bahnhof

Die Dicke
„Das ist die Dicke von meinem Mann“, erzählt Sylvia Henschel lachend den Besuchern in der Galerie am Kamp.
Fotos: Ralph Schipke

Die „Kleine Galerie Teterow“ ist längst gewachsen und wird nun noch größer. Ab August bietet ihre Galeristin Kunst, Kunsthandwerk, Kaffee und eine Art-Bibliothek im Bahnhof dar.

Sylvia Henschel zieht mit der Teterower Galerie schon zum vierten Mal um. In 23 Jahren hat sich die erste Adresse für Kunst und Kultur in der Kleinstadt geändert und gewandelt und wuchs von 12 Quadratmetern auf bald 250. „Zuerst saßen wir in einem kleinen Stübchen mit Kachelofen“, erinnert sich die Galeristin an die Anfangsjahre.

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Romantik ist anders

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Was ist ein Trio? Ein ostdeutsches Sinfonieorchester nach einer London-Tournee. Dies war dann noch einer der harmloseren Gags des Autorenduos Jacinta Nandi (London/Berlin) und Jakob Hein (Ost-Berlin) in der Neubrandenburger Thalia-Buchhandlung. Foto: Ralph Schipke

Wenn ein ostdeutscher Psychiater und eine britische Bloggerin zusammen ein Buch schreiben, hauen sie sich gegenseitig Klischees um die Ohren, bis der Arzt kommt.

Die Witze der Ossis waren legendär. Witze über den Osten und seine Bewohner hingegen sind heute nicht überall populär. Oder? Wenn man zwischen Fichtelberg (höchster DDR-G-Punkt) und Kap Arkona (nördlichste erogene Zone der größten DDR der Welt) etwas gelernt hat, dann: Über sich selbst zu lachen.

Kostprobe? Was ist ein Trio? Ein ostdeutsches Sinfonieorchester nach einer London-Tournee. Dies war dann noch einer der harmloseren Gags des Autorenduos Jacinta Nandi (London/Berlin) und Jakob Hein (Ost-Berlin) in der Neubrandenburger Thalia-Buchhandlung. Da die Buchhändlerinnen mit Schmalzstullen, Spreewaldgürkchen und Rotkäppchen(?)-Sekt das Publikum gut „angefüttert“ hatten, waren die Lesungsbesucher zum kollektiven Schenkelklopfen bereit.

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