Plattenbosse treffen Edelpenner

Der Titel des mit dem Platten-Groß-Label „Universal Music“ zusammen gemachten Albums „Eine Revolution ist viel zu wenig“. Kapital trifft Systemaussteiger, beziehungsweise „Edelpenner“. Das kann ja heiter werden. Vor wenigen Tagen haben Elias Gottstein und Luis Zielke ihre spontane Release-Party Nahe der Volksbühne in Berlin im Polizeiwagen verlassen müssen. Überrascht hat es kaum. Die Fans wollten Zugaben, die Anwohner schlafen. Dass die Ordnungshüter zu ihren Fans gehören, bei vielen spontanen Muggen anrücken und den Strom ziehen, das Publikum vertreiben und weder eine Auftrittsgenehmigung noch Meldeadressen vorfinden, gehört zum Ritual, zur Dramaturgie des Duos „Guaia Guaia“.

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„Wir sind die selbstgebaute Variante des Freiluft-Events“

Undine Spillner
Festivalmitinitiatorin Undine Spillner muss sich für die zweite Ausgabe des „Transit“ in Klempenow noch größere Ohrenschützer für ihr Kind organisieren. Ansonsten steht alles für zwei Tage Musik im Tollensetal bereit. Foto: Ralph Schipke

Eine mittelalterliche Burg, regionales Essen und gute, vielseitige Sänger und Instrumentalisten aus Nah und Fern – viel mehr braucht ein Musik-Wochenende auf Burg Klempenow eigentlich nicht. Natürlich Zuhörer und Mittänzer. Was die am kommenden Wochenende erwartet erfuhr Ralph Schipke von Undine Spillner, „Pressetante“ und Mitorganisatorin des bereits 2. Transit-Festivals.

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„Wir waren und sind ja keine Polit-Rock-Band“

Silly und Anna Loos
Silly und Anna Loos

Die Band in der Besetzung Anna Loos, Ritchie Barton, Uwe Hassbecker und Jäcki Reznicek bringt ihr zweites Album „Kopf an Kopf“ heraus und geht mit neuen und alten Stücken auf Tour. Unser Mitarbeiter Ralph Schipke sprach mit den vier Künstlern über ihre Arbeit.

Die erfolgreichsten Silly-Alben kamen immer ziemlich genau auf den Punkt: „Februar“ in die Endzeit-Argonie der DDR, mit „Hurensöhne“ war der „Wende-Blues“ überwunden, und neues Selbstbewusstsein entstand im Osten der Republik. Mit „Alles Rot“ hat sich die Band mit neuer Sängerin neu erfunden. Welchen Meilenstein wollt ihr mit „Kopf an Kopf“ setzen?
Uwe: Wir können leider die Zeitmaschine jetzt nicht anwerfen: Die aufgezählten Wegpunkte waren ja alle erst in der Rückschau feststellbar. Ich glaube nicht, dass es irgendjemand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung so erkannt hat. Lass uns abwarten, was mit diesem Album passiert.

Anna: Obwohl keiner eine Zeitmaschine hatte, ist speziell auf „Februar“ und „Hurensöhne“ die Stimmung, die im Land herrschte, auf dem Album wiederzufinden. Auch der Neubeginn der Jungs mit mir lag in der Band drin. Die Jungs hatten zehn Jahre keine Silly-Platte gemacht. Ich vor „Alles Rot“ noch nie ein komplettes Album. Wenn wir eine Idee haben, was in „Kopf an Kopf“ stecken könnte, ist es aus meiner Warte das Silly-Album in der neuen Konstellation mit mir als Sängerin, wo der Ball richtig rollt. Wir sind als Band in den letzten sieben Jahren ganz eng zusammengewachsen.

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Die Kunst, leise zu spielen

Keimzeit in Neustrelitz
Norbert Leisegang
Norbert Leisegang

„Und nun: Ein Stück von Heino“, kündigt Bandchef Norbert Leisegang mit einem Augenzwinkern und breitem Grinsen an. Keimzeit möchte auch etwas für die Demokratie tun.

Geigerin Gabriele Kienast tritt ans Xylofon und die Band stimmt unter dem Beifall des Neustrelitzer Publikums „Kling Klang“ an. Keimzeits ureigenen Ohrwurm, der noch aus frühem DDR-Repertoire stammt und erst 1993 auf das Album „Bunte Scherben“ kam. Gerade stürmt der Song in der Fassung von Deutsch- und Schlager-Barde Heino die Charts. Im Gegensatz zu Heino muss sich die im Brandenburgischen heimische Band nicht neu erfinden und hat sich doch erfrischend verjüngt. Ein neues Album „Midtsommer“ ist im Vorsommer auf dem kleinen norwegischen Inselchen Giske bei Ålesund entstanden. Nun ist das „Keimzeit Akustik Quintett“ damit auf Tour.

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