Meinung 2: Die Folgen der Anderen

Ralph Schipke
Klimawandel
Klimawandel in der Seenplatte – Sommermittel bis 2100: http://www.klimafolgenonline.com/

Wer ist hier zynisch? Der philipinische Delegierte auf der Weltklimakonfernez in Dohna, der am Rande des Gipfels zitiert wird: „Während ihr euch schon auf Weihnachten vorbereitet, zählen wir die Toten.“ Oder die Amerikaner, Chinesen und Westeuropäer, die sich auch in Zukunft nicht recht festlegen wollen, wie die Weltgemeinschaft mit dem Klimawandel umgeht und wer die Kosten trägt. Die Folgen tragen längst die Anderen. Siehe Philipinen, über die – wie auf Bestellung –  der Taifun „Bopha“ hinwegfegte, eine 700 Kilometer breite Schneise der Verwüstung hinterließ, fast 500 Menschen tötete und über 300 000 zu Flüchtlingen und Obdachlosen machte.

Dann ist da noch der Tsunami gerade in Japan. Just an der gleichen Küste, an der eine Flutwelle, vereint mit einem Erdbeben, 2011 ein Atomkraftwerk so stark beschädigte, dass noch unsere Enkel etwas davon haben. Puh! Noch mal Glück gehabt! Diesmal war die Flutwelle „nur“ einen Meter hoch.

Machen wir also weiter wie bisher und debattieren am Stammtisch über zu hohe Strompreise. An denen sind schließlich die Ökos Schuld. Überhaupt? Was hat das alles mit Klimawandel zu tun? Sehen Sie es doch mal positiv. An der Ostsee werden wir  ­-  schenkt man Klimaforschern und komplexen Klimamodellen Glauben – bald mediterrane Zustände haben. Warm und Sonne satt. Da können sich die Touristiker echt freuen. Wenn Urlauber statt Rimini, Rügen buchen. Ob die Holländer noch kommen? Ist auch schon egal. Können ja das Hausboot nehme, statt mit ihren Caravans  unsere Autobahn zu verstopf – wenn sie in 30 oder 50 Jahren mit den Nordfriesen abgesoffen sind. Tun sie gleich was für‘s Klima!

Zynisch? Zynisch ist es, einfach so weiter zu machen, wie bisher und weder im Privaten sein Verhalten zu ändern, noch globale Vereinbarungen zu treffen, um vielleicht das Schlimmste noch zu verhindern.