Hornissen sind ganz friedliche „Brummer“

Hornissennest
Hornissennest

Hornissen sind ziemlich dicke „Brummer“. Viele Menschen haben Angst vor ihnen. Kein Wunder, schließlich sind Hornissen deutlich größer als ihre fliegenden Verwandten – die Wespen. Doch eigentlich muss niemand vor den schwarz-gelb gestreiften Insekten Angst haben. Denn den Hornissen – die von Wissenschaftlern Vespa Carbo genannt werden – wird so manches nachgesagt, was gar nicht stimmt. Böse und aggressiv sollen sie sein und sich mit ihrem giftigen Stachel auf alles stürzen, was ihnen in die Quere kommt.

„Alles Quatsch!“, sagt Gernot Kunzemann, der sich mit diesen und anderen Insekten richtig gut auskennt. Er hilft auch, wenn Hornissen doch einmal ihr Nest an einem Wohnhaus oder in einem Gartenschuppen gebaut haben und hier dem Menschen zu nahe gerückt sind. Dann siedelt Gernot Kunzemann das Hornissennest mit seinen Bewohnern an einen anderen Ort – nicht selten in seinen eigenen Garten – um.
Hornissen Umsiedelung
Hornissen Umsiedelung

Vor Stichen hat er keine Angst. „Der Stich einer Hornisse ist nicht gefährlicher und schmerzhafter als der Picks einer Honigbiene oder einer normalen Wespe“, erklärt der Insekten-Kenner. Nur Menschen mit einer Insektenstich-Allergie müssen sehr vorsichtig sein. Dass aber drei Hornissenstiche einen Menschen töten und sieben sogar ein Pferd oder eine Kuh umhauen, ist ein pures Lügen-Märchen, sagt Gernot Kunzemann.

Nützliche „Vielfraße“ jagen Insekten

Eigentlich sind die Hornissen ganz gemütlich. Außerdem sind sie in Gärten und auf Feldern nützlich. Ein mittelgroßes Volk – das sind rund 400 Hornissen – erbeutet nämlich an einem Tag ein halbes Kilo andere Insekten wie Mücken oder Fliegen. Damit füttern die Hornissen ihre Brut. So werden die „Babys“ genannt, die als Larven im Nest auf ihr Futter warten. Das schaffen die „Arbeiterinnen“ unentwegt herbei. Sogar in der Nacht. In einem guten Sommer vertilgt der Nachwuchs eines Hornissenvolkes Tag für Tag 1/2 Kilogramm Insekten.

Da wird klar, warum der Hornissen-Freund Kunzemann und seine ehrenamtlichen Kollegen jedes Hornissenvolk retten, wenn es auf einer Baustelle oder einem Kinderspielplatz Menschen in die Quere kommt. Die fleißigen Arbeitshornissen gewinnen ihr „Flugbenzin“ übrigens nicht aus Insektenfleisch. Sie futtern lieber Rinde, Apfel oder anderes Obst. Darum werdet ihr sie auch nicht am Grill oder auf der Kaffeetafel treffen wie die gefräßigen Wespen.

Die Hornissen-Staaten bestehen, wie alle anderen Wespenstaaten, nur ein Jahr lang. Im Spätherbst sterben die alte Königin, die Arbeiterinnen und die Männchen. Nur junge, starke Weibchen überwintern und gründen im nächsten Frühjahr einen neuen Staat.

Wenn ihr einmal einer Hornisse im Garten oder auf der Wiese begegnet, bewahrt auf jeden Fall die Ruhe. Gernot Kunzemann rät: Auf keinen Fall hektisch nach dem Tier schlagen. Höchstens langsam und sanft wegschieben, wenn ihr euch traut. Und auf keinen Fall die Nester der fliegenden Baumeister kaputt machen. Dann nämlich werden die Hornissen zu Recht erzürnt ihr Zuhause verteidigen. So wie es jedes andere Tier auch tun würde.

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