Dann lieber einen Krümel-Kaffee!

20130609-091629.jpgQuelle: Nestlé Deutschland AG, 31.05.2013

Wahlgeschenke werden von allen Parteien gern unters Volk gebracht. Am leichtesten fallen großzügige Gaben fürs Stimmvolk natürlich den Wahlkämpfern, die gerade irgendwo die Regierung innehaben. So hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Spendierhosen mit den ganz großen Taschen angezogen. Mehr Rente, mehr Lehrer, freies WLAN für alle – die Vorsitzende der CDU scheint ganz gezielt Wünsche sehr verschiedener Bevölkerungsgruppen und Mitbewerber anzusprechen – Rentner, SPD, hippe Internetfreaks. Wen aber wollte sie wohl kürzlich in Schwerin erreichen, als sie bei der Eröffnung eines neuen Werkes für Kapsel-Maschinen- Kaffee fröhlich in die Kameras lächelte?

Mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Nestlé Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge vergrub sie in einer überdimensionierten Nescafé Dolce Gusto- Kapsel symbolisch verschiedene Zeitdokumente unter dem Grundstein für die neue Produktionsstätte. Die „Nestlé-Kaffee-Zeitkapsel“ wird die Jahre in der Erde gut überdauern, länger als die Regierungszeit von Merkel je andauern könnte. Der Kapsel-Material- Müll ist langlebig. Und werden die Zeitdokumente einst – viele, viele Generationen später – gefunden, dürften ihre Informationen Zukunfts-Historiker vor unlösbare Fragen stellen. Warum machte diese Kanzlerin mit einer so wenig zukunftsfähigen, aber umso mehr Müll produzierenden Technologie anno 2013 Wahlkampf?

Und warum hat die Schweriner Landesregierung dann noch diesen Kanzlerinnen-Auftritt und den so wenig zukunftsfähigen Bau mit 21,5 Millionen Euro subventioniert?

Für die grüne, ökologisch bewusste und nachhaltig denkende Wählerschaft dürfte dieses Wahlgeschenk einer Ex-Umweltministerin eher deplatziert gewesen sein. Und Vorpommern, Mecklenburger und Uckermärker trinken ihren Kaffee sowieso am liebsten krümelig, direkt in der Tasse gebrüht. Daran hätte sie sich doch wohl erinnern können.

3 thoughts on “Dann lieber einen Krümel-Kaffee!

  1. Stimmt. Außerdem vergrößert das Hochwasser auch den Lebensraum für Fische, was unter Natur- und Tierschutzgründen ggf. auch wieder positiv besetzt werden kann. So nimmt die jeweils agierende Regierung den Grünen wieder ein Thema weg.

  2. Klar. Und darum werden dem Global-Player Nestlé die Millionen aus M-V hinterher geworfen. Hochwasser bringt auch Arbeitsplätze – übrigens. Und macht sich gut im Wahlkampf.

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