Wunder bleiben unberechenbar

Die Graffiti von Ines Diederich sind „Bio“ und müssen darum erst langsam wachsen, wie das in der Natur nun mal ist. Dafür halten die grünen Schriftzüge oder kunstvollen Ornamente auf Beton oder Keramik lange.
Im Atelier in Vogelsang entstehen gerade neue Tongefäße, die den Nestern afrikanischer Webervögel oder wilden Bienenstöcken ähneln. Sind die im Ofen gebrannt, wird die raue Oberfläche der Objekte aus Ton später mit Moos bewuchert. Kunstobjekte aus der Hand der Bildhauerin werden so naturalisiert.

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Die Welt hört nicht vorm Dorf auf. Hier fängt sie doch erst an!

An diesem Küchentisch werden die richtigen Fragen gestellt. Die wichtigste darunter lautet: Wie wollen wir leben?
Dabei kann ein banales Verkehrsschild am Ortseingang mit der gleichen Ernsthaftigkeit betrachtet werden wie der unermüdliche Protest gegen die Massentierhaltung am Horizont in Europas größter Ferkelfabrik, die Ausübung echter und direkter Demokratie im Dorf oder der nachhaltige Sinn oder Unsinn einer neuen Straßenbeleuchtung.

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Weltgeschichte in stiller Landschaft

Wenn in Südamerika eine reichliche Sojaernte eingefahren wird, hat das auch Auswirkungen auf den Rapsanbau in Vorpommern. So sieht es auch der Schwichtenberger Landwirt Peter-Heinrich Rabe. Und deshalb beobachtet er die Globalisierung und die Feldwirtschaft in der Ferne ziemlich intensiv. Gleichzeitig bestellt er seine Äcker fast so, wie es die Familie an unterschiedlichen Orten seit Generationen getan hat, heute noch tut und hoffentlich weiter tun wird.

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„Wolfsjagd“: Mit Opinel und Kamera

Meister Isegrim sorgt für Märchen und Sagen und auch immer wieder für Schlagzeilen. Selbst wenn er gar nicht da ist. Ein Waldspaziergang ohne Wolf, dafür mit einer guten Pilzausbeute ist das Ergebnis der Pirsch entlang der Landesgrenze zu Brandenburg.

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Lebensnetze neu geknüpft

Markus Gastl
Markus Gastl Foto: Verlag Dr. Friedrich Pfeil

Wo andere Gärtner säckeweise Muttererde zu schnurgeraden Beeten modellieren, bringt Markus Gastl Ziegelbruch und Bauschutt aus. In seinem 7000 Quadratmeter großen „Hortus Insectorum“ (Garten der Insekten) hat er ein Ziel: Heimischen Pflanzen und Tieren, die zu verschwinden drohen oder bereits weitgehend aus „grünen“ Nutzgarten-Höllen vertrieben wurden, wieder Raum zu geben. Er wollte die natürlichen Lebensnetze zwischen Pflanzen und Tieren neu knüpfen.

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Auch Windräder brauchen manchmal Notstrom

Windrad auf der Ostsee
Windrad auf der Ostsee

„Skandalös“ – hallt es durchs Land: Da brauchen „Öko-Windmühlen“ der Nordsee-Offshore-Anlage „Riffgat“ Diesel. Doch das gab es auch schon auf der Ostsee. Bis zum Mai 2011 musste „Baltic 1“ mit Notstrom-Aggregaten versorgt werden.

Beim Offshore-Bau von Windparks scheint es zuzugehen, wie beim Märchen von Hase und Igel. Meistens ruft der Er-bauer und Betreiber: „Ick bün all dor!“ Und der Netzbetreiber – im Fall von „Baltic 1“ die Firma „50Hertz“ – hechelt hinterher. Keine Leitung, kein Strom. Die technischen Anlagen seien aber sofort dem rauen Seeklima ausgesetzt, erklärt Werner Götz. Er ist Mitglied des Vorstandes Erneuerbare und Konventionelle Erzeugung beim Stuttgarter Energiekonzern EnBW. Seine Firma betreibt mit „Baltic 1“ den „ersten kommerziellen Windpark Deutschlands auf See. So ist es in der Hochglanz-Firmenbroschüre nachzulesen.

Doch so lange sich die 21 Rotoren nicht drehten, weil noch kein Strom durch die „50Hertz“-Leitungen an Land transportiert werden konnte, musste auch draußen auf der Ostsee Diesel „verpulvert“ werden, um die Lebensfunktionen der teuren Anlagen aufrecht zu erhalten. „In solchen Ausnahmesituationen ist Diesel-Notstrom nichts besonderes“, erklärt EnBW-Vorstand Götz.

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Sex in the City – ganz ökologisch auf dem Dach

Wildbienen
Die Bienen leisten für den Menschen aber weit mehr als die Honigproduktion der domestizierten Bienenvölker bei den Imkern, gibt Kornmilch zu bedenken. Zu den Ökosystem-Dienstleistungen – einem sehr sperrigen Wissenschaftsbegriff – gehöre zu allererst die Bestäubung.

Kelly Ksiazek stapft über den sommertrockenen Rasen auf dem Hochschuldach. Unter ihren Füßen Gräser, Kräuter und Blumen, die der sommerlichen Trockenheit in der prallen Sonne hier oben, hoch über Neubrandenburgs Dächern, widerstehen. Die Wissenschaftlerin aus Chicago hat hier und auf dem Dach des Marktplatz-Centers sowie noch auf acht weiteren Gebäuden in Berlin Fallen aufgestellt. Im Grunewald und am Alexanderplatz. Kellys Fallen sind mit bunter Folie ausgekleidete und mit Flüssigkeit gefüllte Marmeladengläser. Selbst erfunden und gebaut.
Thema & Absicht

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Dann lieber einen Krümel-Kaffee!

20130609-091629.jpgQuelle: Nestlé Deutschland AG, 31.05.2013

Wahlgeschenke werden von allen Parteien gern unters Volk gebracht. Am leichtesten fallen großzügige Gaben fürs Stimmvolk natürlich den Wahlkämpfern, die gerade irgendwo die Regierung innehaben. So hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Spendierhosen mit den ganz großen Taschen angezogen. Mehr Rente, mehr Lehrer, freies WLAN für alle – die Vorsitzende der CDU scheint ganz gezielt Wünsche sehr verschiedener Bevölkerungsgruppen und Mitbewerber anzusprechen – Rentner, SPD, hippe Internetfreaks. Wen aber wollte sie wohl kürzlich in Schwerin erreichen, als sie bei der Eröffnung eines neuen Werkes für Kapsel-Maschinen- Kaffee fröhlich in die Kameras lächelte?

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Das Geld im Dorfe lassen

Weltmarktpreise für Öl und Gas machen ihnen keine Furcht vor der Zukunft. „Energiewende“ ist für die Bollewicker und ihren Bürgermeister kein Reizwort. Hier wird sie einfach gemacht – von unten.

Bioenergiedorf
So kann sich ein Dorf selbst mit Energie versorgen und überschüssigen Strom noch verkaufen oder mit der Wärme eine ortsansässige Produktion unterstützen. Bürgermeister Bertold Meyer betrachtet seine Region als „Garten der Metropolen“. In ihm sollen Lebensmittel für Hamburg, Berlin oder Stettin wachsen und produziert werden. Oder in Zukunft auch Strom. Zum Vergrößeren des Bildes klicken!             Grafik: Nordkurier / C. Preß

Während in Schwerin und Berlin über die Energiewende und ihre Kosten geredet und geklagt wird, ist sie in einem wehrhaften Dörfchen nahe der Müritz schon fast vollzogen. Von unten! So jedenfalls sieht es Bürgermeister Bertold Meyer, der heute offiziell ein Bioenergie-Wärmenetz für sein Dorf in Betrieb setzt.

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