Einen Romanknoten im Gewitterzimmer geknüpft

Eine Künstlerin aus Österreich sucht auf einem beschwerlichen Fußmarsch quer durch den Osten Deutschlands Requisiten für ein spannendes Kunstprojekt aus Zeichnungen und Texten. Auf einer Etappe durch die Seenplatte durfte ich sie begleiten und konnte eine andere, neue Sicht auf eine unsere alltägliche Welt gewinnen.

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Wunder bleiben unberechenbar

Die Graffiti von Ines Diederich sind „Bio“ und müssen darum erst langsam wachsen, wie das in der Natur nun mal ist. Dafür halten die grünen Schriftzüge oder kunstvollen Ornamente auf Beton oder Keramik lange.
Im Atelier in Vogelsang entstehen gerade neue Tongefäße, die den Nestern afrikanischer Webervögel oder wilden Bienenstöcken ähneln. Sind die im Ofen gebrannt, wird die raue Oberfläche der Objekte aus Ton später mit Moos bewuchert. Kunstobjekte aus der Hand der Bildhauerin werden so naturalisiert.

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Gefahr geht von Kunst aus: „Risiko“-Abwägung vom Feuerwehrmann angestoßen

Konzeptkünstler Holger Stark vor seinem Werk
Konzeptkünstlers Holger Stark

In der Kunst kann es sein, der Betrachter bekommt auf schlichte Fragen, komplexe Antworten. So auch bei einem Podium in Neubrandenburg über die insbesondere brandschutztechnisch umstrittene Installation „Risiko“ des Rostocker Konzeptkünstlers Holger Stark.

Immerhin war es diesmal nicht ein beflissener Hausmeister sondern ein besonders akkurater Feuerwehrhauptmann und Brandschutzbeauftragter, der eine Diskussion über Kunst und Risiko entfachte. Kurz zur Erinnerung: 1986 entfernte ein „guter Geist“ aus der Düsseldorfer Kunstakademie fünf Kilo Butter, die der berühmte Aktionskünstler Josef Beys an die Decke seines Ateliers angebracht und zum Kunstwerk deklariert hatte. Das Land Nordrhein-Westfalen zahlte an ihn in einem Vergleich am Ende 40.000 DM Schadensersatz für den damit justitiablen Kunstfrevel.

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Kurz vor Mitternacht sorgte Nosferatu für Gänsehaut

Elf Jahre dauerte es, bis sich der Südwestkirchhof Stahnsdorf erneut zu einer grandiosen Kulisse für Kunst und Kultur verwandelte. Vereine und Künstler aus Berlin und Brandenburg gestalteten eine der ungewöhnlichsten Veranstaltungsnächte zwischen Gräbern. Das Technische Hilfswerk (THW) leuchtete alles genial und imposant aus.

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Wo jetzt Nina Hagen im Warteraum „rumhängt“

Clemens C. Gröszer und sein Nina-Hagen-Porträt im „Bahnhof Nummer 1“, der ersten Kulturadresse in Teterow.
Clemens C. Gröszer und sein Nina-Hagen-Porträt im „Bahnhof
Nummer 1“, der ersten Kulturadresse in Teterow. Foto: Ralph Schipke

„So mancher Bahnhof ist ein Schadfleck in so mancher Stadt“, klagt Staatssekretär Sebastian Schröder vom Schweriner Kultusministerium. Doch dem Bürgermeister von Teterow sei es gelungen, in seiner Stadt etwas aus dem 1864 an der Bahnstrecke Güstrow-Neubrandenburg gebauten Klinkergebäude zu machen.

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Auf Augenhöhe mit den Zwergen

Kunst und Gartenzwerg
„Sinnbild des Spießertums oder Kunstobjekt?“ – mit dieser Frage setzen sich 23 Maler, Grafiker, Fotografen und Bildhauer in der Sommer-Ausstellung des Kunstvereins Zinnober aus Zachow bei Neubrandenburg auseinander. Superstar ist der gemeine deutsche Gartenzwerg. Foto: Ralph Schipke

„Sinnbild des Spießertums oder Kunstobjekt?“ – mit dieser Frage setzen sich 23 Maler, Grafiker, Fotografen und Bildhauer in der Sommer-Ausstellung des Kunstvereins Zinnober aus Zachow bei Neubrandenburg auseinander. Superstar ist der gemeine deutsche Gartenzwerg.

Dem „Nanus hortum vulgaris“ ist das Jahr 2013 gewidmet. Und auch eine Kunstausstellung in der Dorfkirche zu Zachow. Dem Gartenzwerg. Einer Forsa-Umfrage nach sollen immerhin fünf Millionen Deutsche die bunten Gipswichtel für eine der bedeutendsten Hervorbringungen ihres Heimatlandes halten. Spießig, fleißig und loyal – so wird der Deutsche ja oft im Ausland mit Vorurteilen bedacht. Und genau so wird auch der deutsche Gartenzwerg meist in der Kunstszene voller Vorurteile betrachtet und meist verlacht oder verachtet. Zu Unrecht? Diese Frage wollten jedenfalls die Ausstellungsinitiatoren des Zachower Kunstvereins Zinnober zur Diskussion stellen, als sie ihre Idee einer Zwergen-Vernissage in der Dorfkirche umsetzten. Entstanden war die Idee vom Zwerg bei einer Recherche zum Richard-Wagner-Jahr, erinnert sich der Maler und Grafiker Joachim Lautenschläger, der einige seiner Kollegen aufgerufen hat, sich dem Zwergen-Thema zu stellen. „Dabei entdeckte ich zufällig, dass 2013 das Jahr des Gartenzwerges ist.“ Für ihn Anlass genug, eine Konfrontation von Kunst und Kitsch zu provozieren. Nicht alle Kollegen fanden Mut oder Muße, den 1874 erfunden Ton-Wichteln ein Werk zu widmen und es der Sommer-Ausstellung in Zachow zu gesellen.

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„Wir waren und sind ja keine Polit-Rock-Band“

Silly und Anna Loos
Silly und Anna Loos

Die Band in der Besetzung Anna Loos, Ritchie Barton, Uwe Hassbecker und Jäcki Reznicek bringt ihr zweites Album „Kopf an Kopf“ heraus und geht mit neuen und alten Stücken auf Tour. Unser Mitarbeiter Ralph Schipke sprach mit den vier Künstlern über ihre Arbeit.

Die erfolgreichsten Silly-Alben kamen immer ziemlich genau auf den Punkt: „Februar“ in die Endzeit-Argonie der DDR, mit „Hurensöhne“ war der „Wende-Blues“ überwunden, und neues Selbstbewusstsein entstand im Osten der Republik. Mit „Alles Rot“ hat sich die Band mit neuer Sängerin neu erfunden. Welchen Meilenstein wollt ihr mit „Kopf an Kopf“ setzen?
Uwe: Wir können leider die Zeitmaschine jetzt nicht anwerfen: Die aufgezählten Wegpunkte waren ja alle erst in der Rückschau feststellbar. Ich glaube nicht, dass es irgendjemand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung so erkannt hat. Lass uns abwarten, was mit diesem Album passiert.

Anna: Obwohl keiner eine Zeitmaschine hatte, ist speziell auf „Februar“ und „Hurensöhne“ die Stimmung, die im Land herrschte, auf dem Album wiederzufinden. Auch der Neubeginn der Jungs mit mir lag in der Band drin. Die Jungs hatten zehn Jahre keine Silly-Platte gemacht. Ich vor „Alles Rot“ noch nie ein komplettes Album. Wenn wir eine Idee haben, was in „Kopf an Kopf“ stecken könnte, ist es aus meiner Warte das Silly-Album in der neuen Konstellation mit mir als Sängerin, wo der Ball richtig rollt. Wir sind als Band in den letzten sieben Jahren ganz eng zusammengewachsen.

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Bald ist großer Bahnhof im Bahnhof

Die Dicke
„Das ist die Dicke von meinem Mann“, erzählt Sylvia Henschel lachend den Besuchern in der Galerie am Kamp.
Fotos: Ralph Schipke

Die „Kleine Galerie Teterow“ ist längst gewachsen und wird nun noch größer. Ab August bietet ihre Galeristin Kunst, Kunsthandwerk, Kaffee und eine Art-Bibliothek im Bahnhof dar.

Sylvia Henschel zieht mit der Teterower Galerie schon zum vierten Mal um. In 23 Jahren hat sich die erste Adresse für Kunst und Kultur in der Kleinstadt geändert und gewandelt und wuchs von 12 Quadratmetern auf bald 250. „Zuerst saßen wir in einem kleinen Stübchen mit Kachelofen“, erinnert sich die Galeristin an die Anfangsjahre.

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