Wie man sein schönes Leben nicht gelegentlich gegen die Wand fährt

Martin Kolbe
Martin Kolbe Foto: ©Manfred Pollert
Die Bipolar Roadshow versteht sich als Aufklärung und Anti-Stigma-Projekt. Drei betroffene Künstler singen und lesen selbstbewusst und offen über ihre Erkrankung. Vom Gitarristen Martin Kolbe erfuhr Ralph Schipke, was da auf das Publikum zurollt.

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So ein Dingsbums auf dem Dach

Harry Rowohlt
Harry Rowohlt

„Dachpinökel“ – darauf muss ein Übersetzer erst mal kommen. Wikipedia bleibt nach der Eingabe dieses Wortes stumm und es erfordert einiger Suchbemühungen, um dieses Wort überhaupt zu finden. Außerdem könnte es auch noch Pinöckel, Pinöppel, Pinöpel oder Pinörpel heißen. Kommt aus dem norddeutschen Sprachgebrauch. Ist im Prinzip ein Jokerwort und kann für alles Mögliche stehen für jedes „Dingsbums“ gewissermaßen. Aber einfach Dingsbums konnte Übersetzer Harry Rowohlt nicht genügen, als er Padgett Powells Anti-Helden und Hilfsdachdecker Wayen auf dem „Schrottplatz der gebrochenen Herzen“ so spitze Dinger auf dem einem Dach lustlos vermessen lässt – Dachpinökel halt.

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„Ich war kein frei laufender Autor“

Roger Willemsen im Hohen Haus
Roger Willemsen im Hohen Haus. Foto: Steffi Loos

Ein Jahr lang saß Roger Willemsen (58) im Deutschen Bundestag — als gewöhnlicher Zuschauer auf der Besuchertribüne des Berliner Reichstages. Der Selbstversuch mündete in ein streitbares politisches und doch unterhaltendes Buch. Wie er Politiker bei der Arbeit erlebte und ob das „Herz unserer Demokratie“ noch schlägt, wollte ich vom Autor erfahren.

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Der Friedhofsgärtner wird nicht der Mörder

Ostseekrimi von der Insel Usedom
Ostseekrimi von der Insel Usedom

Eigentlich wollte Reiseleiterin Elke Pupke einen Reise-Sachbuch-Krimi über Usedom schreiben. Warum es anders kam, verrät sie. Wer in ihrem zweiten Bansin-Krimi mordet, bleibt bis zum Lesen das Geheimnis der Autorin.
Wieviel Morde hat es eigentlich in Bansin schon gegeben? Das möchte wohl jeder Krimifan von Elke Pupke wissen. Schließlich hat die Autorin in ihrer Phantasie und zwei Büchern bereits jede Menge Usedomer unter nicht natürlichen oder unklaren Umständen über die Klinge springen lassen.

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Die besoffenen Hühner aus dem 100-Jahrespäterdorf

Regina Schröder
Regina Schröder Foto: Ralph Schipke

Immerhin liegt es in der Schweiz – der Mecklenburgischen. Eingebettet zwischen Hügeln – Endmoränen, die von eiszeitlichen Gletschern geformt wurden. Verschlafen. Auch Regina Schröder findet kein anderes Attribut für ihre Heimat. Aber es klingt sehr liebe- und humorvoll, wenn die ehemalige Erzieherin für Kunst und Musik über ihr Dorf erzählt. Sogar aufgeschrieben hat sie einiges, was sie in Kindertagen oder später hier erlebt hat. Zum Beispiel in der Geschichte vom „Hühnchen in Weinbrand“. Wer jetzt ein Rezept für die Haute cuisine erwartet, wird enttäuscht. In Mecklenburg gehen die Uhren anders und die Läuschen un Riemels sind ganz besonders. Die von Regina Schröder zum Beispiel endet in breitem Sächsisch. Doch dazu später.

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Männer baggern wie blöde

Ein Mann wagt den totalen Perspektivwechsel. Für ein Jahr verwandelt er sich in eine Frau. Mit allen Konsequenzen bricht er Tabus. Christian Seidel schrieb jetzt auf, was er als Christine mit Männern und Frauen erlebt hat.

Christian Seidel
Christian Seidel: Mut zur Frau? Foto: Florian Seidel
Christian Seidel
Christian? Christiane? Foto: Florian Seidel

„Das ist ein absolutes no go! Mit dem Gedanken in die Damenabteilung eines Kaufhauses gehen, um dort etwas für sich selbst zu kaufen“, kommt Christian Seidel schnell zum Kern der Sache. Dieser Mann hat schon so einiges ausprobiert. War Filmproduzent, Medienunternehmer, Berater, Buchautor. Für sein neuestes Buch hat er einen gewagten Selbstversuch unternommen.

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Lebensnetze neu geknüpft

Markus Gastl
Markus Gastl Foto: Verlag Dr. Friedrich Pfeil

Wo andere Gärtner säckeweise Muttererde zu schnurgeraden Beeten modellieren, bringt Markus Gastl Ziegelbruch und Bauschutt aus. In seinem 7000 Quadratmeter großen „Hortus Insectorum“ (Garten der Insekten) hat er ein Ziel: Heimischen Pflanzen und Tieren, die zu verschwinden drohen oder bereits weitgehend aus „grünen“ Nutzgarten-Höllen vertrieben wurden, wieder Raum zu geben. Er wollte die natürlichen Lebensnetze zwischen Pflanzen und Tieren neu knüpfen.

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Reichhaltiges „Studentenfutter“

Cover der "Studentenküche"
Cover der „Studentenküche“

Ravioli aus der Dose, Spagetti mit Wurstwürfeln, Rührei und das klassische Studentenfutter mit Nüssen und Trockenfrüchten als Nervennahrung – so stellt sich der Ex-Studiosus den akademischen Speiseplan vor. Dass der weit reichhaltiger sein kann, versucht Katerina Dimitriadis in „Käts Studentenküche“ zu beweisen. Da gibt es zuerst „Langschläfer- Frühstück“, wie es sich für den Studiosus gehört. Aber lecker soll es schon sein.

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Das Weiße in der Vogelscheiße

Dass einem als Berichterstatter gleich auf der Freitreppe der Star des Abends beim „Auf-Vorrat-Rauchen“ abfängt und ein Interview aufnötigt, passiert eher selten. Wenn er dann in der Lesung selbst so manche Spitze gegen fehlerhaft zitierende Journalisten loslässt, kann einen der Mut schon verlassen. An der Originalität des Multi-Quatschkopfs Harry Rowohlt kann sich sowieso kaum einer … weiterlesen