dokART by Night

Bei Onkel Willi gab es ein Motivationseis

DokArt-Team
Das neue und junge Organisationsteam des 21. Filmfestes DokumentART hat sein zentrales aber zeitweises Hauptquartier in der Neubrandenburger Turmstraße. Bis kurz vor die Eröffnung des europäischen Dokumentarfilm-Festivals am 16. November 2012 werden hier alle Fäden bei der Vorbereitung zusammenlaufen. Bereits seit einigen Wochen kümmern sich Magdalena Krokowski um den zweisprachigen Katalog des Festivals. Caroline Walke ist im zweiten Jahr als Festivalleiterin dabei. Franziska Janetzky hat für Organisation des Festivalbüros angeheuert und Anna Bartholdy kümmert sich um die Rundumbetreuung der Gäste. Der Neubrandenburger Abiturient Felix Schwarzbach ist Praktikant bei der diesjährigen DokumentART. (v.l.n.r.)
Foto: Ralph Schipke

Franziska Janetzky (auf dem Foto ganz hinten)  ist in Neubrandenburg geboren und entdeckt nun die Stadt ihrer frühen Kindheit neu. Außerdem ist die Theaterwissenschaftlerin bei der DokumentART im Org-Büro für die Vorbereitung des Filmfestes in Neubrandenburg mit verantwortlich.

Durch die Arbeit für die DokumentART begegnet FranziskaJanetzky den Orten ihrer Kindheit wieder.
Neubrandenburg. Schon seit Mai ist Franziska Janetzky im Team der Neubrandenburger DokumentART. Und sie hat sich neben der Arbeit im Festival-Büro auch Zeit genommen, die Stadt mit ganz persönlichen Blicken zu betrachten. Für die 32-jährige Theaterwissenschaftlerin war es eine Rückkehr an ihre persönlichen Wurzeln. Sie ist in Anklam und Berlin aufgewachsen, hat in Leipzig studiert. Doch geboren wurde sie in Neubrandenburg.

Sie folgte einer Ausschreibung des Neubrandenburger Filmfestivals in die Stadt ihrer Eltern. Die waren hier Anfang, Mitte der 1980er Jahre als Theaterleute. Der Vater als Dramaturg am Puppentheater. Mutter Janetzky probte mit den Amateuren vom Arbeitertheater im Reifenwerk, ging später als Regisseurin nach Anklam.
„Wenn ich spazieren gehe, kommen mir viele Bilder der Kindheit in den Sinn“, erzählt die junge Frau aus dem DokART-Team: der See, das Belvedere. „Bei ‚Onkel Willi‘ gab es immer ein Motivationseis für den langweiligen Spaziergang“, erinnert sich Franziska. Heute ist dort ein alternatives Jugendzentrum, konnte sie entdecken.

Eine andere Spur von früher findet sie im Nachtjackenviertel, wo die Künstlerfamilie in einer alten Villa wohnen durfte. „Irgendwann haben die Theaterleute unsere Wohnung ‚Bernhard-Grotte‘ getauft und das auch an der Fassade verewigt“, berichtet sie. Nun hat sie die Inschrift wiedergefunden. Die hat die Sanierung des Hauses überstanden, wurde sogar erneuert, freut sich die junge Frau.
Aber nicht nur die Erinnerungen haben Franziska Janetzky ins DokumentART-Team geführt. „Ich habe eine Vorliebe für interkulturelle Projekte, wie das Festival eines ist“, begründet sie ihre Bewerbung nach Neubrandenburg. Wenn ein Austausch zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen stattfindet, interessiere sie das sehr. Auch sei ihr als studierter Theaterfachfrau der Film als Medium dem Theater doch sehr nahe. Nun ist Franziska bis Ende November rundum für die Organisation des Festivals mitverantwortlich. Die Herstellung, den Druck und die Verteilung von Plakaten, Flyern, Programmheften hat sie zu steuern. Sie muss Räume für die unterschiedlichsten Anlässe des internationalen Festivals organisieren. Sie koordiniert die Arbeit der freiwilligen Helfer. „Die Aufgabenbereiche von uns fünf Leuten im Team überlappen sich natürlich. Jeder macht, was gemacht werden muss“, beschreibt sie die abwechslungsreiche Filmfest-Arbeit.

Franziska Jenetzky wird nach dem Festival noch in der Stadt bleiben, nachbereiten und das 22. Festival 2013 mit vorbereiten. Leider, bedauert sie, gebe es in den „heißen Tagen“ vom 16. bis 20. November für sie kaum Gelegenheit, Filme im Latücht oder Cinestar zu sehen. Das Dokfilm-Anschauen erledigt sie bereits jetzt. „Die Kinder- und Jugend-DokArt kenne ich schon in- und auswendig“, freut sie sich.

Die junge Frau mag aber auch größere Städte als die am Tollensesee ganz gern, gibt sie zu. „Wo man nicht jeden, den man auf der Straße trifft, auch kennt.“ Aber erst einmal hat sie sich am Oberbach eine idyllische Bleibe gesucht und geht durch die Stadt – mit den Augen ihrer Kindheit.

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