Wie man sein schönes Leben nicht gelegentlich gegen die Wand fährt

Martin Kolbe
Martin Kolbe Foto: ©Manfred Pollert
Die Bipolar Roadshow versteht sich als Aufklärung und Anti-Stigma-Projekt. Drei betroffene Künstler singen und lesen selbstbewusst und offen über ihre Erkrankung. Vom Gitarristen Martin Kolbe erfuhr Ralph Schipke, was da auf das Publikum zurollt.

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Plattenbosse treffen Edelpenner

Der Titel des mit dem Platten-Groß-Label „Universal Music“ zusammen gemachten Albums „Eine Revolution ist viel zu wenig“. Kapital trifft Systemaussteiger, beziehungsweise „Edelpenner“. Das kann ja heiter werden. Vor wenigen Tagen haben Elias Gottstein und Luis Zielke ihre spontane Release-Party Nahe der Volksbühne in Berlin im Polizeiwagen verlassen müssen. Überrascht hat es kaum. Die Fans wollten Zugaben, die Anwohner schlafen. Dass die Ordnungshüter zu ihren Fans gehören, bei vielen spontanen Muggen anrücken und den Strom ziehen, das Publikum vertreiben und weder eine Auftrittsgenehmigung noch Meldeadressen vorfinden, gehört zum Ritual, zur Dramaturgie des Duos „Guaia Guaia“.

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Männer baggern wie blöde

Ein Mann wagt den totalen Perspektivwechsel. Für ein Jahr verwandelt er sich in eine Frau. Mit allen Konsequenzen bricht er Tabus. Christian Seidel schrieb jetzt auf, was er als Christine mit Männern und Frauen erlebt hat.

Christian Seidel
Christian Seidel: Mut zur Frau? Foto: Florian Seidel
Christian Seidel
Christian? Christiane? Foto: Florian Seidel

„Das ist ein absolutes no go! Mit dem Gedanken in die Damenabteilung eines Kaufhauses gehen, um dort etwas für sich selbst zu kaufen“, kommt Christian Seidel schnell zum Kern der Sache. Dieser Mann hat schon so einiges ausprobiert. War Filmproduzent, Medienunternehmer, Berater, Buchautor. Für sein neuestes Buch hat er einen gewagten Selbstversuch unternommen.

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Lebensnetze neu geknüpft

Markus Gastl
Markus Gastl Foto: Verlag Dr. Friedrich Pfeil

Wo andere Gärtner säckeweise Muttererde zu schnurgeraden Beeten modellieren, bringt Markus Gastl Ziegelbruch und Bauschutt aus. In seinem 7000 Quadratmeter großen „Hortus Insectorum“ (Garten der Insekten) hat er ein Ziel: Heimischen Pflanzen und Tieren, die zu verschwinden drohen oder bereits weitgehend aus „grünen“ Nutzgarten-Höllen vertrieben wurden, wieder Raum zu geben. Er wollte die natürlichen Lebensnetze zwischen Pflanzen und Tieren neu knüpfen.

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Wo jetzt Nina Hagen im Warteraum „rumhängt“

Clemens C. Gröszer und sein Nina-Hagen-Porträt im „Bahnhof Nummer 1“, der ersten Kulturadresse in Teterow.
Clemens C. Gröszer und sein Nina-Hagen-Porträt im „Bahnhof
Nummer 1“, der ersten Kulturadresse in Teterow. Foto: Ralph Schipke

„So mancher Bahnhof ist ein Schadfleck in so mancher Stadt“, klagt Staatssekretär Sebastian Schröder vom Schweriner Kultusministerium. Doch dem Bürgermeister von Teterow sei es gelungen, in seiner Stadt etwas aus dem 1864 an der Bahnstrecke Güstrow-Neubrandenburg gebauten Klinkergebäude zu machen.

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Hornissen sind ganz friedliche „Brummer“

Hornissennest
Hornissennest

Hornissen sind ziemlich dicke „Brummer“. Viele Menschen haben Angst vor ihnen. Kein Wunder, schließlich sind Hornissen deutlich größer als ihre fliegenden Verwandten – die Wespen. Doch eigentlich muss niemand vor den schwarz-gelb gestreiften Insekten Angst haben. Denn den Hornissen – die von Wissenschaftlern Vespa Carbo genannt werden – wird so manches nachgesagt, was gar nicht stimmt. Böse und aggressiv sollen sie sein und sich mit ihrem giftigen Stachel auf alles stürzen, was ihnen in die Quere kommt.

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Auch Windräder brauchen manchmal Notstrom

Windrad auf der Ostsee
Windrad auf der Ostsee

„Skandalös“ – hallt es durchs Land: Da brauchen „Öko-Windmühlen“ der Nordsee-Offshore-Anlage „Riffgat“ Diesel. Doch das gab es auch schon auf der Ostsee. Bis zum Mai 2011 musste „Baltic 1“ mit Notstrom-Aggregaten versorgt werden.

Beim Offshore-Bau von Windparks scheint es zuzugehen, wie beim Märchen von Hase und Igel. Meistens ruft der Er-bauer und Betreiber: „Ick bün all dor!“ Und der Netzbetreiber – im Fall von „Baltic 1“ die Firma „50Hertz“ – hechelt hinterher. Keine Leitung, kein Strom. Die technischen Anlagen seien aber sofort dem rauen Seeklima ausgesetzt, erklärt Werner Götz. Er ist Mitglied des Vorstandes Erneuerbare und Konventionelle Erzeugung beim Stuttgarter Energiekonzern EnBW. Seine Firma betreibt mit „Baltic 1“ den „ersten kommerziellen Windpark Deutschlands auf See. So ist es in der Hochglanz-Firmenbroschüre nachzulesen.

Doch so lange sich die 21 Rotoren nicht drehten, weil noch kein Strom durch die „50Hertz“-Leitungen an Land transportiert werden konnte, musste auch draußen auf der Ostsee Diesel „verpulvert“ werden, um die Lebensfunktionen der teuren Anlagen aufrecht zu erhalten. „In solchen Ausnahmesituationen ist Diesel-Notstrom nichts besonderes“, erklärt EnBW-Vorstand Götz.

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Sex in the City – ganz ökologisch auf dem Dach

Wildbienen
Die Bienen leisten für den Menschen aber weit mehr als die Honigproduktion der domestizierten Bienenvölker bei den Imkern, gibt Kornmilch zu bedenken. Zu den Ökosystem-Dienstleistungen – einem sehr sperrigen Wissenschaftsbegriff – gehöre zu allererst die Bestäubung.

Kelly Ksiazek stapft über den sommertrockenen Rasen auf dem Hochschuldach. Unter ihren Füßen Gräser, Kräuter und Blumen, die der sommerlichen Trockenheit in der prallen Sonne hier oben, hoch über Neubrandenburgs Dächern, widerstehen. Die Wissenschaftlerin aus Chicago hat hier und auf dem Dach des Marktplatz-Centers sowie noch auf acht weiteren Gebäuden in Berlin Fallen aufgestellt. Im Grunewald und am Alexanderplatz. Kellys Fallen sind mit bunter Folie ausgekleidete und mit Flüssigkeit gefüllte Marmeladengläser. Selbst erfunden und gebaut.
Thema & Absicht

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Burgfräulein Backwunder

Evalottes fruchtig-frische Torte schmeckt allen gut - auch Ada.
Evalottes fruchtig-frische Torte schmeckt allen gut. Fotos: Ralph Schipke

Evalotte Buhr führt seit über einem Jahr das Café auf der Burg Klempenow bei Altentreptow. Sie empfiehlt eine Erdbeer-Quark-Torte, die man durchaus mit anderen Früchten variieren kann.

„Es sind wahrscheinlich die letzten Erdbeeren für diese Saison“, sagt Evalotte Buhr lächelnd. Dass dieses Jahr kein Erdbeerjahr war, kann sie nicht deprimieren. „Diese Torte geht mit Beerenobst,
Pfirsich oder Apfel genauso gut“, freut sich die junge Café-Köchin von der Burg Klempenow. Oder im Winter mit gekochten Zimtäpfeln.
Überhaupt nimmt das 26jährige „Burgfräulein“ vom Tollensetal das Leben leicht wie ihre Namensvetterin Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, aus dem beliebten schwedischen Kinderbuch, dass wohl auch Evalottes Eltern gelesen haben. „Doch Pippi ging auf dem Standesamt als Mädchenname einfach nicht“, lächelt sie vielsagend.
Ins Tollensetal sei die junge Gastronomin „der Liebe wegen gekommen!“ Nicht eines Mannsbildes wegen. Evalotte liebt M-V!

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